Gute Musik und viel Papier
Erfolgreicher
Klangreise-Start in Wolfhagen
Zunächst gab es viel Papier: ein Klangreise-Stationsheft, ein
Dokumentationsblatt über den Besuch der Klangreisen, eine Gottesdienstordnung,
ein Einlegeblatt mit den zu singenden Kanons, eine Karte mit der Jahreslosung
für 2011 und ein Lesezeichen mit derselben. Und dann wurde geübt für den
Gottesdienst. Die Kanons wurden eingeübt. Damit im Gottesdienst auch alles
klappt. Hat es dann auch.
Das üben ging über in das Glockengeläut, dem Beginn des Gottesdienst.
Und der wurde von Dekan Dr. Gernot Gerlach und Kirchenmusikdirektor Bernd
Geiersbach souverän geleitet. Wieder einmal wurde deutlich, welch großer Schatz
die Kirchenmusik im Kirchenkreis Wolfhagen ist. Da lassen sich viele Menschen
auch an einem ungemütlichen Abend bewegen, zum Gottesdienst zu kommen.
Dr. Ingeborg Eick-Prinz spielte virtuos die Orgel, der Gospelchor
„Living Voices“ aus Bründersen unter der Leitung von Marcel Schennink
sang frische Gospels, jene alten schwarzen Lieder, die als Glaubenslieder der
unterdrückten schwarzen Bevölkerung in den Südstaaten Amerikas in die
Musikgeschichte eingegangen sind. Die Kreiskantorei musizierte unter der Leitung
von Bernd Geiersbach. Und ein erlesenes Instrumentalensemble mit Dr. Tobias
Scheer, Florian Kaiser, Bianca Fieseler (Trompete), Henrik Giehler, Lothar
Schulze und Rolf Krause (Posaune), Daniel Köntopf (Pauke) und Christoph Knatz
(Klavier) tat das seine dazu bei, dass der Gottesdienst eine runde Sache war.
Mit Reiner Gaars „Fanfare II“ für Blechbläser, Orgel und
Pauken wurde der Gottesdienst nach dem Glockengeläut laut und schwungvoll
fortgesetzt. Bei der Liturgie wirkte Olaf Stobbe vom Kirchenvorstand mit. Die
musikalischen Stücke passten sich sensibel in das liturgische Geschehen ein.
Englisch-Kenntnisse wären von Nöten gewesen bei den Liedern des Gospel-Chores
aus Bründersen. Man hätte die deutsche übertragung vielleicht im
Gottesdienstblatt abdrucken können. So wussten manche wohl nicht, um was es
ging. Ich zum Beispiel.
Dekan Dr.Gernot Gerlach predigte lebhaft über die Jahreslosung für
2011: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit
Gutem“. Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass
Wortverkündigung und Kirchenmusik gut miteinander harmonieren, dann war es diese
Predigt. Da wurde der Kirchenmusikdirektor mit einbezogen. Kurz vor Toresschluss
hatte er noch einen Kanon zur Jahreslosung geschrieben. Der beginnt dunkel in
Moll. Und dann löst er sich am Ende mit dem Schlusston „a“ auf in Dur.
Das konnte man nicht erwarten. Aber das machte Sinn. Das Gute wird am Ende
siegen: Dur.
Ach ja, um Kanons ging es. Zwei der 60 Gesangbuch-Kanons wurden in
dem Gottesdienst im Rahmen der Liturgie gesungen. Und dann eben dieser neue
Geiersbach-Kanon. Am Schluss noch einmal Reiner Gaar, diesmal die
„Festliche Eröffnung“. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher
spendeten ihren Beitrag für die Kirchenmusik als Kollekte, aber auch Applaus.
Das bleibt in Gottesdiensten gewöhnungsbedürftig. Aber es war ein Zeichen dafür,
dass das Programm der Klangreise gut ankommt. Hoffentlich auch bei der nächsten
Station am 16. Januar 2011 um 17 Uhr in der Bonifatiuskirche in Altendorf unter
dem Motto „Zierenberger Musik in Altendorf“.
Der Gottesdienst war mit mehr als 300 Besuchern zehn Mal so gut
besucht wie der Abendmahlsgottesdienst am Weihnachtsfesttag. Und er war auch
kirchenmusikalisch um ein Vielfaches stärker ausgestaltet. Darüber kann man
lange nachdenken.

Dies ist der Kanon zur Jahreslosung 2011, den Bernd Geiersbach geschrieben hat.